Qualitätsregelkarte
Diagramm zur laufenden Überwachung eines Prozesses anhand von Stichproben über die Zeit, das Kernwerkzeug der statistischen Prozesslenkung.
Die Qualitätsregelkarte gehört zur statistischen Prozesslenkung (SPC) und dient dazu, Verschiebungen oder Instabilitäten in einem Fertigungs- oder Dienstleistungsprozess frühzeitig zu erkennen, bevor daraus Ausschuss oder Nacharbeit entsteht.
Der Aufbau folgt einem festen Prinzip: In regelmäßigen Abständen werden Stichproben entnommen, ein Kennwert wie Mittelwert oder Spannweite berechnet und als Punkt auf der Zeitachse eingetragen. Die Karte enthält eine Mittellinie sowie obere und untere Eingriffsgrenzen, üblicherweise im Abstand von drei Standardabweichungen um den Mittelwert, teils ergänzt um engere Warngrenzen.
Solange die eingetragenen Punkte innerhalb der Grenzen zufällig streuen, gilt der Prozess als beherrscht: Es liegt nur normale, zufällige Streuung vor. Überschreitet ein Punkt die Eingriffsgrenze oder zeigt sich ein auffälliges Muster wie ein längerer Trend in eine Richtung, deutet das auf eine systematische, vermeidbare Ursache hin, die untersucht werden muss.
Der praktische Nutzen liegt im frühen Eingreifen: Abweichungen werden sichtbar, bevor fehlerhafte Teile entstehen. Das senkt Nacharbeit und Ausschuss und liefert eine objektive Entscheidungsgrundlage anstelle bloßer Einschätzung.
Praxisbeispiel
Bei einer gedrehten Welle mit Sollmaß 20 mm wird alle 30 Minuten eine Stichprobe von 5 Teilen gezogen. Die Mittelwertkarte zeigt nach mehreren Stunden einen langsamen Trend in Richtung der oberen Eingriffsgrenze. Das Team erkennt rechtzeitig einen zunehmenden Werkzeugverschleiß und wechselt das Werkzeug, bevor Teile außerhalb der Toleranz gefertigt werden.
So hilft Leanshift
Probleme sichtbar machen, bevor sie teuer werden: Dieser Grundgedanke der Qualitätsregelkarte trifft genau die Haltung, mit der Leanshift als Entwicklungsschmiede Verbesserung auf Daten statt auf Vermutungen aufbaut.
Häufige Fragen
Was unterscheidet zufällige von systematischer Streuung?
Zufällige Streuung ist normales, unvermeidbares Rauschen innerhalb der Eingriffsgrenzen. Systematische Streuung hat eine konkrete, meist vermeidbare Ursache, etwa Werkzeugverschleiß oder eine falsche Maschineneinstellung, und erfordert Eingreifen.
Wie oft werden Stichproben für eine Qualitätsregelkarte gezogen?
Das hängt vom Prozess ab. Übliche Intervalle reichen von mehreren Stichproben pro Stunde bei kritischen Merkmalen bis zu einer Stichprobe pro Schicht bei stabilen Prozessen.
Was passiert, wenn ein Punkt die Eingriffsgrenze überschreitet?
Der Prozess gilt als außer Kontrolle. Es folgt eine sofortige Ursachensuche, bevor weiterproduziert wird, häufig unterstützt durch Werkzeuge wie das Ishikawa-Diagramm oder 5-Why.