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← Zurück zur BibliothekKennzahlen

Deckungsbeitrag

Der Betrag, der nach Abzug der variablen Kosten vom Erlös übrig bleibt und zur Deckung der Fixkosten sowie zur Gewinnerzielung dient.

Der Deckungsbeitrag zeigt, welcher Teil des Erlöses eines Produkts oder einer Leistung nach Abzug der variablen Kosten übrig bleibt. Variable Kosten sind jene Kosten, die direkt mit der produzierten oder verkauften Menge schwanken, zum Beispiel Material oder Fertigungslöhne im Akkord. Fixkosten wie Miete, Gehälter der Verwaltung oder Abschreibungen bleiben dabei unberücksichtigt, sie werden erst im zweiten Schritt gedeckt.

Man unterscheidet den Stück-Deckungsbeitrag, also den Betrag pro verkaufter Einheit, vom Gesamt-Deckungsbeitrag, der sich aus der Multiplikation mit der Absatzmenge ergibt. Erst wenn der Gesamt-Deckungsbeitrag die Summe aller Fixkosten übersteigt, entsteht ein Gewinn. Liegt er darunter, deckt er die Fixkosten nur teilweise und es entsteht ein Verlust.

In der Praxis dient der Deckungsbeitrag als Entscheidungsgrundlage: Welches Produkt lohnt sich bei knappen Kapazitäten am meisten, wo liegt die kurzfristige Preisuntergrenze für einen Zusatzauftrag, welche Produktlinie sollte ausgebaut oder eingestellt werden. Weil Fixkosten kurzfristig ohnehin anfallen, kann sogar ein Auftrag mit niedrigem, aber positivem Deckungsbeitrag sinnvoll sein, solange freie Kapazität besteht.

Der Deckungsbeitrag ist die Grundlage für die Break-Even-Rechnung: Erst wenn genug Deckungsbeitrag erwirtschaftet ist, um die Fixkosten vollständig zu decken, beginnt der eigentliche Gewinn.

Formel

Deckungsbeitrag = Erlös - variable Kosten

Praxisbeispiel

Ein Fertigungsbetrieb verkauft ein Bauteil für 80 Euro pro Stück. Die variablen Kosten (Material, Energie, Akkordlohn) liegen bei 55 Euro pro Stück. Der Stück-Deckungsbeitrag beträgt somit 25 Euro. Bei einer Absatzmenge von 4.000 Stück im Monat ergibt sich ein Gesamt-Deckungsbeitrag von 100.000 Euro, aus dem die monatlichen Fixkosten von 70.000 Euro gedeckt werden. Es verbleibt ein Gewinn von 30.000 Euro.

So hilft Leanshift

Wer seinen Deckungsbeitrag je Produkt kennt, erkennt schneller, wo sich Verbesserungsarbeit wirtschaftlich am meisten lohnt. Leanshift verbindet Prozessoptimierung deshalb konsequent mit solchen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen statt mit reinen Zeitwerten.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Deckungsbeitrag und Gewinn?

Der Deckungsbeitrag deckt zunächst nur die Fixkosten. Gewinn entsteht erst, wenn der Gesamt-Deckungsbeitrag über der Summe aller Fixkosten liegt.

Warum wird zwischen variablen und fixen Kosten unterschieden?

Weil nur variable Kosten sich direkt der einzelnen Einheit zurechnen lassen. Fixkosten fallen unabhängig von der Menge an und lassen sich nur über den Gesamt-Deckungsbeitrag decken.

Kann ein Auftrag mit niedrigem Deckungsbeitrag trotzdem sinnvoll sein?

Ja, solange freie Kapazität besteht und der Deckungsbeitrag positiv ist, trägt er zur Fixkostendeckung bei.