Pareto-Analyse (80/20-Regel)
Die Pareto-Analyse zeigt: 80 % der Probleme kommen aus 20 % der Ursachen. Sie priorisiert Verbesserungsmassnahmen nach Wirkung und verhindert, dass an Nebensaechlichkeiten gearbeitet wird.
Die Pareto-Analyse (benannt nach Vilfredo Pareto) basiert auf der 80/20-Regel: Ein kleiner Anteil der Ursachen verursacht den groessten Teil der Wirkung. In der Praxis: 20 % der Fehlerarten verursachen 80 % der Ausschusskosten.
Vorgehen: Alle Ursachen auflisten, nach Haeufigkeit oder Kosten sortieren, als Balkendiagramm (Pareto-Diagramm) darstellen. Die hoechsten Balken sind die Prioritaet.
Der Wert: Pareto verhindert, dass das Team an 15 Problemen gleichzeitig arbeitet. Fokus auf die Top 3 -- dort liegt 80 % des Verbesserungspotenzials.
Nach Behebung der Hauptursachen wird eine neue Pareto-Analyse durchgefuehrt. Die frueher kleinen Ursachen ruecken nun in der relativen Bedeutung nach oben -- und legen die naechsten Verbesserungsziele offen. Dieser iterative Ansatz passt ideal zu kontinuierlichen Verbesserungszyklen.
Praxisbeispiel
Eine Linie hat 12 verschiedene Stoergruende. Pareto-Analyse: Materialmangel (35 %), Werkzeugbruch (25 %), Softwarefehler (15 %), Rest (25 %). Fokus auf Materialmangel und Werkzeugbruch loest 60 % aller Stoerungen.
So hilft Leanshift
Die Muda-Analyse in Leanshift kategorisiert jede Verschwendung. Daraus laesst sich direkt ein Pareto-Diagramm ableiten: Welche Verschwendungsart kostet die meiste Zeit?
Haeufige Fragen
Gilt die 80/20-Regel immer?
Nicht exakt, aber das Grundprinzip: Wenige Ursachen verursachen die meiste Wirkung. Das Verhaeltnis kann auch 70/30 oder 90/10 sein.
Wie oft sollte man Pareto-Analysen machen?
Nach jeder groesseren Datensammlung. Wenn die Top-Ursachen behoben sind, zeigt eine neue Analyse die naechsten Prioritaeten.
Pareto oder Ishikawa zuerst?
Pareto zuerst: Zeigt, welches Problem am wichtigsten ist. Dann Ishikawa fuer das wichtigste Problem: Zeigt die moeglichen Ursachen.
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