Ishikawa-Diagramm (Fischgräte)
Das Ishikawa-Diagramm visualisiert Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge. Die 'Fischgräte' ordnet mögliche Fehlerursachen in Kategorien (Mensch, Maschine, Material, Methode, Mitwelt, Messung).
Das Ishikawa-Diagramm (auch Ursache-Wirkungs-Diagramm oder Fischgräten-Diagramm) wurde von Kaoru Ishikawa entwickelt. Es strukturiert die Suche nach Fehlerursachen in 6 Kategorien (6M): Mensch, Maschine, Material, Methode, Mitwelt, Messung.
Vorgehen: Das Problem (Wirkung) steht rechts am 'Kopf' der Fischgräte. Von der Hauptlinie gehen 6 Gräten ab -- eine pro Kategorie. An jeder Gräte werden mögliche Ursachen notiert.
Der Wert liegt in der Strukturierung: Statt wahllos nach Ursachen zu suchen, prüfst du systematisch alle Kategorien. So werden auch nicht-offensichtliche Ursachen gefunden.
Das Diagramm löst das Problem nicht von selbst -- es strukturiert Hypothesen, die anschließend mit Daten verifiziert werden müssen. Die wahrscheinlichsten Ursachen im Diagramm werden zum Ausgangspunkt für Experimente im PDCA-Zyklus.
Praxisbeispiel
Problem: Höhere Ausschussrate seit 2 Wochen. Ishikawa-Analyse: Mensch (neuer Mitarbeiter), Maschine (Werkzeugverschleiß), Material (neue Charge), Methode (Arbeitsanweisung unklar), Mitwelt (Temperaturschwankung), Messung (Prüfmittel nicht kalibriert). Ursache gefunden: Neues Material von anderem Lieferanten.
So hilft Leanshift
Die Muda-Analyse in Leanshift liefert die Daten für die Ishikawa-Analyse: Welche Fehler treten auf, wie oft, an welcher Station? Diese Fakten machen die Ursachensuche zielgerichtet.
Häufige Fragen
Wann nutze ich Ishikawa statt 5-Why?
Ishikawa für breite Ursachensuche (viele mögliche Ursachen). 5-Why für Tiefenanalyse einer einzelnen Ursachenkette. Oft kombiniert: Ishikawa identifiziert, 5-Why vertieft.
Wer sollte bei der Analyse dabei sein?
Ein Querschnittsteam: Mitarbeiter vom Prozess, Qualität, Instandhaltung, Logistik. Verschiedene Perspektiven finden mehr Ursachen.
Wie viele Ursachen sind typisch?
15-30 mögliche Ursachen in der ersten Runde. Davon werden 3-5 als wahrscheinlichste priorisiert und durch Daten verifiziert.
Verwandte Begriffe
PDCA-Zyklus
PDCA (Plan-Do-Check-Act) ist der grundlegende Verbesserungszyklus: Planen, Umsetzen, Prüfen, Handeln. Er strukturiert jeden Verbesserungsprozess in vier klare Phasen.
Poka-Yoke (Fehlervermeidung)
Poka-Yoke sind einfache Mechanismen, die Fehler unmöglich machen oder sofort sichtbar werden lassen. Statt Fehler zu prüfen, werden sie verhindert.
5-Why-Analyse
Die 5-Why-Analyse fragt fünfmal 'Warum?', um von Symptomen zu Grundursachen vorzudringen. Einfach, schnell und erstaunlich effektiv.