Zykluszeit
Die Zykluszeit misst, wie lange ein einzelner Prozessschritt tatsächlich dauert -- vom Start bis zum fertigen Ergebnis. Sie ist die Basis jeder Prozessanalyse.
Die Zykluszeit (englisch: Cycle Time) beschreibt die tatsächliche Dauer eines Arbeitsschritts oder eines kompletten Durchlaufs. Im Gegensatz zur Taktzeit, die ein Soll-Wert ist, ist die Zykluszeit ein Ist-Wert, der direkt am Prozess gemessen wird.
Es gibt verschiedene Definitionen je nach Kontext: In der Einzelteilfertigung ist es die Zeit vom Start bis zum Ende eines Arbeitsvorgangs. Bei Serienproduktion ist es die Zeit zwischen zwei aufeinanderfolgenden fertigen Teilen.
Die Zykluszeit variiert natürlich von Zyklus zu Zyklus. Deshalb ist es wichtig, mehrere Zyklen zu messen und sowohl den Mittelwert als auch die Streuung zu betrachten. Eine hohe Streuung deutet auf einen instabilen Prozess hin.
Die Reduktion der Zykluszeit ist einer der wirkungsvollsten Hebel in der Prozessoptimierung: Jede Sekunde weniger pro Zyklus multipliziert sich mit der Stückzahl und summiert sich zu enormen Einsparungen.
Formel
Zykluszeit = Bearbeitungszeit + Nebenzeiten + Wartezeiten innerhalb des Prozessschritts
Praxisbeispiel
An einer Montagestation werden in 30 Minuten 25 Baugruppen montiert. Die durchschnittliche Zykluszeit beträgt 72 Sekunden. Die Taktzeit liegt bei 60 Sekunden. Der Prozess ist also 12 Sekunden zu langsam -- ein Engpass, der durch Optimierung der Handgriffe oder bessere Materialbereitstellung gelöst werden kann.
So hilft Leanshift
Die Stoppuhr-Funktion in Leanshift erfasst präzise Zykluszeiten über mehrere Durchläufe. Sie erkennt automatisch Schwankungen und berechnet den stabilen Ist-Zustand als Basis für Verbesserungen.
Häufige Fragen
Wie misst man die Zykluszeit richtig?
Mindestens 10-15 aufeinanderfolgende Zyklen messen, Ausreißer markieren, Mittelwert und Streuung berechnen. Wichtig: Immer am realen Prozess messen, nie aus Vorgabezeiten ableiten.
Was ist der Unterschied zwischen Zykluszeit und Durchlaufzeit?
Die Zykluszeit misst einen einzelnen Prozessschritt. Die Durchlaufzeit umfasst die gesamte Zeitspanne vom Rohmaterial bis zum Fertigprodukt -- inklusive aller Warte- und Liegezeiten zwischen den Schritten.
Warum schwankt die Zykluszeit?
Häufige Ursachen: Unterschiedliche Erfahrung der Mitarbeiter, Materialabweichungen, Werkzeugverschleiß, fehlende Standardisierung oder ergonomische Probleme.
Verwandte Begriffe
OEE (Gesamtanlageneffektivität)
OEE ist die zentrale Kennzahl für die Produktivität von Maschinen und Anlagen. Sie kombiniert Verfügbarkeit, Leistung und Qualität in einem einzigen Prozentwert.
Taktzeit
Die Taktzeit ist das Tempo, in dem ein Produkt fertiggestellt werden muss, um die Kundennachfrage zu erfüllen. Sie wird vom Markt bestimmt, nicht von der Maschine.
Durchlaufzeit
Die Durchlaufzeit misst die Gesamtdauer vom Auftragseingang bis zur Auslieferung -- inklusive aller Warte-, Liege- und Transportzeiten. Sie bestimmt die Lieferfähigkeit.