Durchlaufzeit
Die Durchlaufzeit misst die Gesamtdauer vom Auftragseingang bis zur Auslieferung -- inklusive aller Warte-, Liege- und Transportzeiten. Sie bestimmt die Lieferfähigkeit.
Die Durchlaufzeit (englisch: Lead Time) ist die Zeitspanne, die ein Produkt oder Auftrag vom Eingang bis zur Fertigstellung benötigt. Sie umfasst nicht nur die reine Bearbeitungszeit, sondern auch alle Wartezeiten, Liegezeiten, Transportzeiten und Prüfzeiten.
In den meisten Produktionsprozessen macht die tatsächliche Wertschöpfung (Bearbeitungszeit) nur 5-10 % der gesamten Durchlaufzeit aus. Der Rest ist Verschwendung in Form von Warten, Lagern und Transportieren.
Die Durchlaufzeit ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit: Kürzere Durchlaufzeiten bedeuten schnellere Lieferung, weniger Lagerbestände, geringere Kapitalbindung und höhere Flexibilität bei Kundenwünschen.
Little's Law beschreibt den Zusammenhang: Durchlaufzeit = Bestand / Durchsatz. Um die Durchlaufzeit zu reduzieren, muss entweder der Bestand (WIP) sinken oder der Durchsatz steigen.
Formel
Durchlaufzeit = Bearbeitungszeit + Wartezeit + Transportzeit + Liegezeit + Prüfzeit
Praxisbeispiel
Ein Metallbauteil hat eine reine Bearbeitungszeit von 45 Minuten (Fräsen, Bohren, Entgraten). Die Durchlaufzeit beträgt aber 12 Tage -- weil das Teil zwischen den Stationen jeweils Stunden bis Tage im Regal liegt. Durch Einführung von One-Piece-Flow sinkt die Durchlaufzeit auf 2 Tage.
So hilft Leanshift
Leanshift berechnet die Durchlaufzeit automatisch aus den erfassten Prozessschritten und zeigt das Verhältnis von Wertschöpfung zu Verschwendung. So identifizieren Sie die größten Zeitfresser.
Häufige Fragen
Wie kann man die Durchlaufzeit reduzieren?
Die wirksamsten Hebel: Liegezeiten eliminieren (One-Piece-Flow), Losgrößen verkleinern, Rüstzeiten reduzieren (SMED), Engpässe beseitigen und unnötige Transportwege eliminieren.
Was ist Little's Law?
Little's Law besagt: Durchlaufzeit = Bestand (WIP) / Durchsatz. Reduziert man den Bestand in der Fertigung, sinkt automatisch die Durchlaufzeit -- bei gleichem Durchsatz.
Was ist der Unterschied zwischen Durchlaufzeit und Lieferzeit?
Die Durchlaufzeit misst die interne Produktionszeit. Die Lieferzeit umfasst zusätzlich den Versand und ggf. die Wartezeit bis zur Auftragsfreigabe.
Verwandte Begriffe
Taktzeit
Die Taktzeit ist das Tempo, in dem ein Produkt fertiggestellt werden muss, um die Kundennachfrage zu erfüllen. Sie wird vom Markt bestimmt, nicht von der Maschine.
Zykluszeit
Die Zykluszeit misst, wie lange ein einzelner Prozessschritt tatsächlich dauert -- vom Start bis zum fertigen Ergebnis. Sie ist die Basis jeder Prozessanalyse.
Wertstromanalyse (Value Stream Mapping)
Die Wertstromanalyse visualisiert den gesamten Material- und Informationsfluss eines Produkts -- vom Rohmaterial bis zum Kunden. Sie macht Verschwendung und Engpässe auf einen Blick sichtbar.