Heijunka (Produktionsnivellierung)
Heijunka glättet die Produktion: Statt große Lose eines Produkts nacheinander zu fertigen, werden kleine Mengen verschiedener Produkte gleichmäßig verteilt.
Heijunka (japanisch: Nivellierung) verhindert die Spitzen und Täler, die durch Batch-Produktion entstehen. Statt montags nur Produkt A und dienstags nur Produkt B zu fertigen, wird jeden Tag ein Mix produziert.
Das Ziel: Gleichmäßige Auslastung aller Ressourcen. Keine Überlastung am Montag, keine Leerlaufzeiten am Freitag. Gleichmäßiger Materialfluss statt störungsanfälliger Batches.
Heijunka erfordert kurze Rüstzeiten (SMED): Je schneller umgerüstet wird, desto kleinere Lose sind wirtschaftlich. Heijunka und SMED verstärken sich gegenseitig.
In der Praxis wird Heijunka oft mit einer Heijunka-Box umgesetzt, einem physischen oder digitalen Plan, der bestimmten Produkten bestimmte Zeitfenster zuweist. So entsteht ein wiederkehrendes Muster (Pitch), dem alle Beteiligten im Prozess folgen können.
Praxisbeispiel
Eine Linie produziert 3 Varianten: A (500/Woche), B (300/Woche), C (200/Woche). Ohne Heijunka: Mo-Di nur A, Mi nur B, Do-Fr nur C. Mit Heijunka: Täglich 100 A, 60 B, 40 C. Ergebnis: Gleichmäßiger Materialfluss, 60 % weniger Lagerbestand.
So hilft Lean Shift
LeanShift misst die Rüstzeiten, die für Heijunka entscheidend sind. Je kürzere Rüstzeiten der Zielzustandsrechner zeigt, desto kleinere Lose und bessere Nivellierung sind möglich.
Häufige Fragen
Ist Heijunka nur für Serienfertigung?
Primär ja. Aber das Prinzip der Glättung gilt auch für Dienstleistungen: Gleichmäßige Verteilung der Arbeitslast statt Spitzen und Täler.
Wie starte ich mit Heijunka?
Schritt 1: Rüstzeiten messen und reduzieren (SMED). Schritt 2: Kleinere Losgrößen einführen. Schritt 3: Tagesplan mit Mix erstellen.
Was ist eine Heijunka-Box?
Ein physisches Board mit Zeitfenstern und Produktkarten. Jedes Zeitfenster zeigt, welches Produkt gerade gefertigt wird. Macht den Produktionsplan visuell.